Die letzte Woche.

Erfreulicherweise hat heute die letzte Woche vor den Ferien angefangen. Und das ist sie auch einfach: die letzte Woche vor dem Urlaub, den Ferien. Es ist nicht die letzte Woche Waldorfschule, weil wir nicht zurückblicken und uns ärgern wollen.

Am letzten Freitag gab es für Philip eine Strafarbeit: “Warum störe ich den Unterricht nicht?” Dazu sollte er einen Aufsatz schreiben. Ich konnte leider mein Erstaunen darüber nicht verbergen und so haben wir beschlossen, dass er diesen Aufsatz nicht schreiben wird. 1,5 Jahre lang gab es keine einzige Strafarbeit und nun eine Woche vor dem Ende werden wir damit auch nicht anfangen. Es ist einfach nur noch lächerlich. (Abgesehen davon ist die Formulierung ohnehin so was von beknackt, weil, es ist doch toll, dass er den Unterricht nicht stört.) Was auch immer sich die Klassenlehrerin dabei gedacht hat – ich werde es nicht verstehen. Und es ist jetzt auch egal!

Am Freitag wird der Mann die Kinder ins Auto laden und den Kleinen zu meinen Eltern, den großen zu seinen Eltern bringen. Dann haben wir eine Woche nur für uns und die Arbeit, bevor der Kleine dann am Wochenende wieder zu uns gebracht wird. Der Große bleibt erstmal drei Wochen an der Nordsee und reist dann weiter zu meinen Eltern, wo wir ihn dann nach insgesamt vier langen Wochen abholen werden. Keine Abschiebung sondern der Wunsch des Kindes.

Die letzten zwei Wochen der Ferien verbringen wir dann alle gemeinsam zu Hause. Es muss noch die Material-Liste der neuen Schule abgearbeitet werden. Der neue Ranzen steht schon bereit, der alte ist einfach zu klein geworden und trägt sich schlecht für unseren 1,52m großen Riesen. Wir sind gespannt, wie es werden wird. Vielleicht brauchen wir beim Schulthema einen genauso langen Anlauf wie bei der Wohnsituation. Da mussten wir ja auch erstmal zwei Wohnungen in Hessen ausprobieren, um dann am Ende in unser Traumhaus zu ziehen. Vielleicht ist Schule Nr. 3 ja das perfekte Traumhaus für den Großen.

Aber jetzt: Eine Woche voller Abschiede. Ich denke, es wird hart aber herzlich. 😀

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Ende

Wir zählen.

Noch drei Wochen Schule.

Noch 29 Mal Schulweg fahren.

Noch 14 (plus der Rest von heute) Tage Schule.

Dann endlich 6 Wochen Ferien. Es wird Zeit!

Und dann? Dann heißt es: Schulwechsel. Mal wieder.

Leider hat der Große die Probezeit der Waldorfschule nicht bestanden und muss sie nun verlassen. Wir sind alle sehr traurig und maßlos enttäuscht. Wir schwanken zwischen: “Wir müssen das so hinnehmen” und “Wir wollen diesen Wechsel nicht”. Die Schule hat nun eine Lösung herbeigeführt, die eine Lösung für die Schule nicht aber für das Kind ist. Das Verhalten der Lehrer, diese Entscheidung entspricht mit nichts dem, was eine Waldorfschule ausmacht. Unser Kind wird dargestellt, als wäre es verhaltensgestört. Wir haben die Tests gemacht. Er ist es nicht. Er kommt überall zurecht. Er ist nicht mehr der Junge, der im Sportverein negativ auffällt. Er ist ein ruhiger Junge geworden. Er hat Freundschaften geschlossen. Es klappt überall viel, viel besser, auch zu Hause, und bei der Hausaufgabenbetreuung.

Nur die Lehrer, die können ihn nicht bändigen. Er sei unterfordert heißt es jetzt plötzlich, wo noch vor einigen Wochen die Sorge bestand, dass er die 4. Klasse inhaltlich nicht packt. Er würde sich für die Inhalte nicht interessieren. Was genau er macht, dass man ihn nicht länger haben möchte, sagt uns kein Mensch. “Er stört” heißt es da nur immer wieder. “Er ist laut.” Was das mit einem gerade erst Neunjährigen anstellt, wenn man so abgelehnt wird, darüber denkt kein Mensch nach. Es sind erwachsenen Menschen, die sich nicht im Griff haben, keine professionelle Distanz wahren. Die das Kind spüren lassen: “Du bist hier nicht willkommen.” Das ist es, was mir das Herz bricht. Und ihm.

Nun muss er wieder zurück an die Regelschule, die kleine Grundschule im Dorf. Er muss das Jahr wiederholen, wird noch mehr auffallen, weil er mit Abstand der Größte sein wird, weil er die Klasse wiederholen muss (“Sitzenbleiber”). Mir ist das egal. Mein Vater sagte: “Arbeiten muss er noch sein Leben lang. So kann er ein Jahr länger Kind sein.” Ich glaube, Philip ist schon seit Monaten kein Kind mehr. Nur noch ein von Sorgen Getriebener, der seinen Platz nicht findet, der nicht zu sich und zur Ruhe kommen kann, weil es immer so viel Aufregung um ihn gibt.

Und dann spüre ich jeden Tag so deutlich, dass er mit großen Schritten in Richtung Pubertät unterwegs ist. Er wird immer ruhiger, verschlossener. Er hat nicht mehr viel Zeit, Kind zu sein und die letzten Jahre hat er nicht wirklich oft die Gelegenheit dazu bekommen.

Vielleicht ist das aber auch seine Reaktion auf das Erlebte, auf die Ablehnung, auf unsere ewigen Streits wegen der Schule, die vielen Dinge, die gesagt wurden, der Druck den wir aufgebaut haben, weil “Das muss da unbedingt klappen an dieser Schule, die ist für Dich perfekt!”

Wer will schon Perfektionismus, wenn er Glück haben kann?

Advint, Advint…

ich glaube, der spinnt!

Gestern war eine kleine Adventsfeier in der Schule. Die Kinder führten ein kleines Stück auf, sangen ein paar Weihnachtslieder, es gab Kuchen (von uns Gewürzschnitten mit blauem Guss – ein Renner ;)) und einen echten Zauberer!
Dieser führte einige Tricks vor, bei denen wir Eltern schon arg viel wegsehen mussten, um nicht zu sehen, dass nicht alles so rund lief, wie möglicherweise geplant. Als er allerdings aus verschiedenen Kisten und Kesseln vier sehr kleine Kaninchen herzauberte, war es auch um uns Eltern geschehen. Einfach zu süß, diese kleinen Viecher. Philip war dann auch irgendwann sicher: “Der kann ja echt zaubern!”
Im Anschluss an die Vorstellung dann der Schrecken, sprach doch der Zauberer die magischen Worte: “Und wer ein Häschen will, der kann in zwei Wochen eines haben.” Aufregung, Tumult, Heulerei. Ich glaube aber, dass er dann doch drei Hasen los wurde. Philip fiel zum Glück ein, dass er auf Hasen allergisch reagiert (ich hatte das schon wieder vollkommen verdrängt) und somit mussten wir auch keine allzu lange Diskussion zum Thema Tierhaltung führen. Puh…
Ich hatte dann schon echt Sorge, dass Philip abends nicht einschlafen können würde, weil er versuchen würde sich zu erklären, wo die Hasen herkamen. Da er aber gestern unbedingt noch Pur+ schauen wollte, lag er dann noch lange wach und machte sich Gedanken darüber, was alles aus Plastik ist.

Zu spät.

Frau Lehrerin war schneller als ich es jemals hätte sein können. Am Montag, als ich zu ihr in die Sprechstunde wollte, war sie A) nicht da und B) es auch schon zu spät. Denn sie war nicht da, weil alle Kinder der Klasse 1b in der Bibliothek waren. Ach nein, Entschuldigung, alle bis auf eines natürlich. Nämlich meines. Und langsam bin ich wirklich ungehalten. Ganz ehrlich, wenn ich gewusst hätte, wie viel “Ernst des Lebens” da in der ersten Klasse auf meinen Sohn zukommt, hätte ich ihn noch ein Jahr im Kindergarten gelassen.
Philip kommt beim Lernstoff gut mit, dass ist jetzt echt nicht so das Problem, aber es ist einfach viel zu viel für ihn. Zu den 20 Stunden Unterricht pro Woche kommt die Zeit, die er für die Hausaufgaben benötigt (zum Glück keine zwei Stunden mehr) plus die Zeit, die wir Eltern uns abzwacken sollen, um mit den Kindern Lernwörter zu wiederholen (Freitagstest!) und mit ihm auch mal in anderen Büchern zu lesen. Und hier kommt eines meiner größten Probleme, denn das klappt so überhaupt nicht. Er kann das einfach nicht und ich weiß nicht, wie ich ihm das schmackhaft machen und ihm tatsächlich helfen kann. Hinzu kommt ein Baby, dass uns zwischen den Füssen rumwuselt und mittlerweile ist es echt so, dass das für Philip nur noch Frust ist. Irgendwie ist da der Groschen trotz Leserutschen etc. noch nicht gefallen und ich habe ehrlich keine Lust, jeden Nachmittag mit ihm aneinander zu geraten, weil ich im Moment auch echt einfach nicht die Geduld habe. Er ist nach so einem Schultag in der Regel auch echt einfach nur erschöpft und müde und verkrümelt sich am liebsten in sein Zimmer, hört Harry Potter (selbst drin lesen lassen, sagt die Lehrerin. Ja genau.) und spielt etwas. Und ich finde, das ist auch sein gutes Recht! Wir können hier doch jetzt nicht 5 Tage die Woche total von der Schule beschlagnahmt sein. Ich möchte so gern auch mal hinaus, mit den Kindern einen Spaziergang durch die wunderbare, spätherbstliche Luft machen, aber dafür bleibt uns gar nicht die Zeit. Ich bin ja schon froh, wenn wir Karate und Ergotherapie irgendwie auf die Reihe kriegen, aber der Montag ist beispielsweise mein absoluter Horrortag. Philip muss um 7:40 in der Schule sein, hat dann Stunden Unterricht, geht in die Betreuung, kommt um eins nach Hause, hat eine halbe Stunde Zeit zum Ausruhen oder spielen, dann gibt es Essen, dann ran an die Hausaufgaben und dann geht es auch schon ab zum Karate. Von dort kommt er um halb sieben wieder, Abendessen, Zähneputzen und schon war das der Montag. Gut, das Karatetraining möchte er ja gern machen und er hat dort auch Spaß, es wird also nicht bei dem Schnupperkurs bleiben, aber – uff – manchmal fehlt da einfach die Zeit zum Luftholen, faulenzen, spielen oder sich mal mit Freunden treffen.
Ich glaube auch eigentlich nicht, dass es an mangelnder Organisation liegt, dass wir immer so ein straffes Programm haben, aber da ist einfach wenig Luft für außerordentliches. Gestern gab es zum Beispiel im Einkaufszentrum ein Konzert ein gar nicht mal so schlechten Schülerband, aber die halbe Stunde, die Philip dort unbedingt stehen und zuhören wollte, fehlte dann wieder für andere Sachen. Eigentlich wollten wir ganz viel Weihnachtsdeko basteln und Plätzchen backen, aber wann?
Oder bilde ich mir das nur ein und es ist alles völlig normal und wir nur irgendwie nicht belastbar?
Wie auch immer. Nächsten Montag werde ich über verschiedene Dinge mit der guten Frau mal sprechen müssen. Ich finde es auch nicht okay, dass die Kinder jeden Freitag einen Test schreiben müssen (mittlerweile sind es ja sogar zwei), der dann mit den berühmten Sonnen und rotem Buntstift bewertet wird. Ich verstehe diese Eile und Hektik nicht. Kein Wunder, dass so viele der Kinder mit Migrationshintergrund da auf der Strecke bleiben. Wenn man nur ein kleines Defizit hat, wird es ja schon schwierig. Aber dann werden einmal pro Woche Müttern in den Schulflur gesetzt und zu denen gehen die Kinder dann und üben in einer Extralektion das Lesen, während in der Klasse normal der Unterricht weiterläuft. Und das was die Kinder in dieser Zeit dann verpassen, dürfen sie wiederum nachmittags nachholen. Spitzensystem.

Schule.

Philips Start in die Schullaufbahn ist leider nicht halb so entspannt, wie ich mir das gewünscht hatte. Seine Lehrerin fährt ja neben dem Strafzettelprinzip auch noch die Belohnungsschiene ab. So gibt es also eine Ampel für Fehlverhalten und am Ende des Tages werden noch Sonnen erteilt. Aber eben leider nicht “entweder, oder” sondern es gibt auch halbe Sonnen, Sonnen bei denen etwas mehr als die Hälfte fehlt und Sonnen bei denen nur ein kleines Stück fehlt. Ich finde zum Einen, dass eines der Systeme vollkommen ausreichen würde und zum Anderen muss man sich dann schon für einen Weg entscheiden. Entweder gibt es eine Sonne oder eben nicht. Alles andere ist unnötige Verhandlung.
Nun ist es ja so, dass Philip seinen ersten Strafzettel einen Tag nach der Einschulung bekam, den zweiten gab es dann in der darauffolgenden Woche. Dann ging es eine Zeit lang gut und am Freitag gab es dann eben Strafzettel Nr.3, der ihn automatisch vom nächsten Ausflug ausschließt. Also noch mehr Strafe. Ich weiß allerdings leider nicht, wie normal diese Systeme sind. Ich ärgere mich nur, dass wir einmal pro Woche in der Ergotherapie daran arbeiten, sein Selbstbewusstsein zu stärken (und natürlich auch im Alltag) und dass dann in der Schule so gedankenlos wieder eingerissen wird und das obwohl seine Klassenlehrerin ja im Bilde ist. Wie wird das denn so an anderen Schulen gehandhabt?

Dass wir fast immer ordentlich Zoff haben, wenn es an die Hausaufgaben geht, scheint ja nun doch recht normal zu sein. Es ist aber teilweise auch echt viel und Philip hat beispielsweise beim Lesen noch ganz arge Probleme. Zumindest dachte ich das. Bis gestern. Da hatten wir ja wieder ein Gespräch mit Frau Lehrerin und diese zeigte mir dann verschieden Tests, die sie geschrieben haben. Alle hat er mit Bravour gemeistert. Und auch ein Blick in seine Hefte verriet mir, dass er wirklich gar nicht so schlecht ist, wie ich befürchtet hatte. Nur an der Konzentration müssen wir echt noch arbeiten. Und ich an meiner Geduld.

Jetzt fragen Sie sich: Und das sollen jetzt Schulprobleme sein? Glauben sie mir, bis zu diesem Gespräch gestern war ich sehr negativ eingestellt. Da ich aber nun weiß, dass er gut mitkommt, die Aufgaben alle kann (nur eben manchmal nicht will) und ganz reflektiert sagen kann, dass er manchmal einfach nicht so mitmacht, weil es ihm zu laut ist, bin ich schon mal echt beruhigt. Nur diese Sache mit den Strafzetteln, der Ampel und den Sonnen geht mir auf den Keks, aber da kann man wohl nichts machen.

Schrecken!

Philip geht seit gestern zweimal die Woche in die Hausaufgabenbetreuung. In der Theorie läuft das so ab, dass er nach dem Unterricht bis 13 Uhr in die betreuende Grundschule geht, von der Betreuerin dort in die Aula zum Mittagessen gebracht wird und anschließend in der Aula abgeholt wird für die Hausaufgabenbetreuung. Eigentlich wasserdicht, dachte ich.

Gestern erzählte er mir dann auf dem Heimweg:
“Mama, Du hast gar nicht an der Kirche auf mich gewartet.” Stimmt, ich hatte mich nämlich spontan entschlossen, ihn doch bei der Betreuung abzuholen, statt wie vereinbart um 15 Uhr an der Kirche zu stehen. Ich hab dann aber doch mal gefragt, wann ich dort hätte stehen sollen. Antwort: “Ja, heute nach dem Mittagessen. Ich war dann mit zwei Großen mitgegangen. Die haben dann gesagt, sie hätten Dich angerufen und Du seist im Krankenhaus. Dann sind wir bis zum Kindergarten gegangen und dann mussten die wieder zum Unterricht, also sind wir wieder zurückgegangen.” An der Schule wurde er dann glücklicherweise von einer Lehrerin aufgegabelt und in die Betreuung gebracht.
Mir war und ist nun aber total mulmig zumute. Eigentlich hätte ich schwören können, dass Philip niemals einfach so mit Fremden mitgeht. Aber ich habe dabei eben immer an Erwachsene gedacht, niemals an andere Kinder. Ich habe auch keine Ahnung, was die zwei tatsächlich mit ihm vorhatten und vielleicht will ich das auch gar nicht wissen. Möglicherweise haben sie sich nur einen Spaß daraus gemacht, einen Erstklässler an der Nase herum zu führen, aber das geht so gar nicht, finde ich.
Die Geschichte hatte in der Schule auch schon die Runde gemacht und so gab es heute für alle eine Lektion zum Thema “Mit Fremden mitgehen”. Wir haben Philip gestern auch noch einmal ins Gewissen geredet, ihm erklärt, was er zu tun hat, wenn ein Fremder ihn lockt oder heimfahren will oder was auch immer. Und natürlich habe ich ihm auch gesagt, dass er nicht einfach von der Schule loslaufen kann mit zwei ihm unbekannten Kindern. Er war auch ganz ungläubig, als ich ihm (sicher nicht zum ersten Mal) erklärte, dass es auch ganz böse Menschen gibt, die die Kinder ihren Eltern wegnehmen und irgendwohin bringen.
Ich weiß nun gar nicht, ob ich ihn überhaupt noch allein gehen lassen soll. Es sind nur 300m und das Problem lag ja auch nicht darin, dass er allein nach Hause geht, sondern dass er irgendwie nicht so recht wusste, wie es nach dem Mittagessen weitergeht. Ich denke, ich werde ihn vorerst wieder abholen, schon allein wegen der nun liegen gelassenen Jacke und der Sporttasche. Beides bisher unauffindbar. Ärgerlich.

Gern

… würde ich mehr bloggen. Und zum Beispiel erzählen,

… dass wir heute zum letzten Mal zu Krankengymnastik gehen und der Arm wieder komplett hergestellt ist.

… dass Philip sich mittlerweile wirklich gut macht in der Schule.

… dass die Bauarbeiten am Haus ganz gut voran kommen. Es wird damit gerechnet, dass Ende nächster Woche das Gröbste rum ist. Zeit wird es dann aber auch.

… dass wir am Wochenende unsere neue Eingangstür bekommen und dann ganz bald nicht mehr durch den entstehenden Fahrradladen laufen müssen.

… dass Pete nächste Woche Geburtstag hat und ich noch so gar keine Idee für ein Geschenk habe.

Am Allerliebsten würde ich aber schreiben, dass Johannes ganz fantastisch schläft und ich zur Zeit mal wieder so richtig was geschafft bekomme, weil ich so ausgeruht bin.

Leider ist es aber so, dass Johannes mich jetzt seit einer Woche kaum noch schlafen lässt und ich wirklich langsam aber sicher verrückt werde. Ich komme nämlich tagsüber so gar nicht dazu, mich mit ihm hinzulegen, wenn er dann den Schlaf nachholt, den er sich nachts verwehrt. Gestern habe ich mit Ach und Krach alles Nötige für die kommende Aktion im Geschäft in Druck gebracht. Keine Ahnung, wie ich es überhaupt angestellt habe, etwas fertig zu bekommen. Und natürlich war auch klar, dass Johannes genau dann anfängt, nachts so schlecht zu schlafen, wenn sich die Arbeit türmt. Aber ich habe es nicht über’s Herz gebracht, “Nein” zu sagen. Dann bin ich wohl selbst schuld. 😉

Und während das Baby nun schläft, werde ich in aller Gemütsruhe frühstücken und mich um ein Geschenk für meinen Mann kümmern. Und dann wäre da auch noch der seit Tagen liegen gebliebene Haushalt. Ich freu mich.

PS: Gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich heute Nacht keine einzige Stunde am Stück geschlafen habe.

Das Leben hat eine neue Geschwindigkeit.

Ich kann nicht fassen, dass die Woche schon wieder rum ist. Kann mal bitte jemand mein Leben entschleunigen? Wenn das so weiter geht, bin ich in Nullkommanichts 73 und frage mich, wo die Zeit geblieben ist. 😉
Diese Woche war aber auch wirklich vollgepackt mit Terminen. Höhepunkt des Ganzen war der gestrige Tag. Schule begann zum Glück erst spät, so konnten wir uns mal “ausschlafen”. Der Unterricht ging dann bis 12:50 Uhr. Ab nach Hause, ein Brot gegessen, kurz was gespielt und schon mussten wir wieder los zum Kindergeburtstag. Als Philip von dort wiederkam, war es kurz vor sechs und auf ihn wartete ein Berg Hausaufgaben, den er dann, obwohl er todmüde war, doch ganz gut erledigt hat. Nur eine Aufgabe habe ich ihm entzogen. Er sollte da zu ein paar Bildern schreiben, was dort zu sehen ist. Beim Lama stand “Lam”, beim Sofa “Soa” und ich frage mich ernsthaft, wie genau er das anstellen sollte. Vielleicht habe ich die Aufgabe auch nicht verstanden, aber das in der Summe mit seiner Müdigkeit machte, dass ich den Zettel lieber wieder weglegte und ihm erklärte, er solle das doch bitte in der Schule machen. Was bringt es ihm, wenn ich ihm vorsage? “Mama, da steht Sofa oder?” – “Nein. Da fehlt ein f.” – “Was ist denn ein f?” – “Wie bei Fisch.” – Nee, das finde ich wirklich großen Quatsch. Ich bin aber eh immer total unsicher, wie sehr ich da wohl eingreifen kann und muss. Am besten klappt es eigentlich, wenn ich mich komplett raushalte und lediglich am Schluß kontrolliere. Aber irgendwie würde ich ihn schon gern mehr unterstützen.
Heute werden wir nach der Schule im Schweinsgalopp nach Hause gehen, den Ranzen abstellen und dann zur Krankengymnastik. Vor lauter anderem Zeug vergessen wir leider immer total, zu Hause auch mal diese Übungen zu machen. Auch nicht sehr effektiv so, fürchte ich.
Vielleicht pendelt sich alles noch ein, aber im Moment finde ich es wirklich sehr anstrengend.

Der große Tag!

(Wir haben zur Zeit unseren Neffen zu Besuch und auch die Umstellung bezüglich des morgendlichen Aufstehens hält uns enorm von allem anderen ab. Aber hier nun ein kurzer Bericht.)

Zu meiner absoluten Überraschung schafften wir es tatsächlich pünktlich um 10 Uhr in der Pfarrkirche zum Gottesdienst zu sein. Dort bekamen wir einen ganz guten Überblick über die Kinder, die mit Philip zusammen eingeschult wurden. Alle waren natürlich total aufgeregt und so wirkten die Versuche der …äh, Kirchenangestelltin, die Masse ruhig zu halten eher grotesk. Es wurden wie immer viel gesungen, eine Elefantenhandpuppe gab es auch und natürlich den Segen, den jedes Kind persönlich empfing.
Anschließend ging es dann durch den starken Regen in die Aula der Schule wo eine kleine Feier abgehalten wurde. Es wurde wieder viel gesungen, ein Gedicht aufgesagt, welches die Viertklässler extra für die Neuen geschrieben hatten. Es gab die obligatorischen Reden aller wichtigen Personen. Unter anderem kam auch die Schulelternbeiratsvorsitzende zu Wort, die das offensichtlich nur höchst ungern tat und einige schöne Zitate lieferte. z.B. “Darum möchte ich sie um eine Bitte bitten … Oh mein Gott.” Herrlich. Ja, sie tat uns aber auch ein bißchen leid.
Anschließend ging es dann nach 1,5 Stunden still sitzen endlich in die Klassenräume und eine erste Unterrichtsstunde wurde abgehalten. Es gab die erste Hausaufgabe mit nach Hause (Male den Inhalt Deiner Schultüte.) und dann stürmten sie auch schon wieder in die Aula, bekamen den Rest vom Kuchen, der den Eltern während dieser Schulstunde angeboten wurde Und das war es dann auch schon.
Philip war am Ende ganz schön still. Es war eben doch sehr aufregend für ihn. Als wir zu Hause ankamen, wurde erstmal die Schultüte geplündert und ein paar Süßigkeiten gegessen. (Das war bis heute übrigens das einzige Mal, dass er davon etwas nahm. Ich hätte vielleicht doch lieber Äpfel hineintun sollen.) Den Nachmittag ließen wir ganz entspannt dahinplätschern, aßen zwischendurch eine Kleinigkeit, denn am Abend sollte es ja auf Wunsch von Philip in unsere Lieblingspizzeria gehen.
Um 17 Uhr brachen wir also auf kamen etwas verspätet an – und standen dann vor verschlossener Tür. Ein Blick auf das Schild mit den Öffnungszeiten gab Aufschluss: dienstags Ruhetag. Gut, werden sie denken, wie doof kann man sein, aber ich hatte ja einen Tisch bestellt. Ich war absolut fassungslos, Philip heulte und wir standen dort wirklich wie begossene Pudel. Und ich wunderte mich noch, warum das mi der Reservierung überhaupt kein Problem war. Hörte die Dame sogar in ihrem Kalender blättern. Und ich bin sicher, dass ich denen auch meine Telefonnummer gegeben habe. Da hätten sie doch anrufen und ihren Fehler mitteilen können.
Das Ende vom Lied war also, dass wir mit knurrenden Mägen wieder zurück fuhren und hier ein Stück die Strasse rauf in die Pizzeria gingen, in der es zum Glück total leer war. Das Essen war auch wirklich total gut. Am Ende also ein kleine Entdeckung. Nur die 20km Fahrt hätten wir uns schenken können. Aber ich hätte mich auch gewundert, wenn alles glatt gelaufen wäre. Das entspricht ja nun so gar nicht unserer Lebensgeschichte.

Die ersten Tage laufen nun einigermaßen geregelt ab. Wir schaffen es morgens sogar pünktlich in der Schule zu sein. Am ersten Morgen klingelte Philips Wecker um 7:15 Uhr, er schlich zur Tür, öffnete sie, war geblendet vom Sonnenlicht, schloß die Tür wieder und stand dann einige Zeit hinter der Tür und brabbelte: “Ohgottohgottohgott…” Herrlich. 😉

Nur noch einmal schlafen,…

dann ist er da der große Tag. Philip nimmt das Ganze gelassen, wobei ich gestehen muss, dass es heute mit dem Einschlafen noch schlechter klappt als sonst. Pete hüllt sich in Schweigen, keine Ahnung, ob ihm das irgendwas ausmacht, aber so ruhig ist er selten. (Hab ich das wirklich grad geschrieben?)
Ich bin jedenfalls mit den Nerven am Ende. 😉 Nein, das ist natürlich komplett übertrieben, aber ich bin schon sehr gespannt darauf, wie das so wird ab morgen mit einem Schulkind.