Die letzte Woche.

Erfreulicherweise hat heute die letzte Woche vor den Ferien angefangen. Und das ist sie auch einfach: die letzte Woche vor dem Urlaub, den Ferien. Es ist nicht die letzte Woche Waldorfschule, weil wir nicht zurückblicken und uns ärgern wollen.

Am letzten Freitag gab es für Philip eine Strafarbeit: “Warum störe ich den Unterricht nicht?” Dazu sollte er einen Aufsatz schreiben. Ich konnte leider mein Erstaunen darüber nicht verbergen und so haben wir beschlossen, dass er diesen Aufsatz nicht schreiben wird. 1,5 Jahre lang gab es keine einzige Strafarbeit und nun eine Woche vor dem Ende werden wir damit auch nicht anfangen. Es ist einfach nur noch lächerlich. (Abgesehen davon ist die Formulierung ohnehin so was von beknackt, weil, es ist doch toll, dass er den Unterricht nicht stört.) Was auch immer sich die Klassenlehrerin dabei gedacht hat – ich werde es nicht verstehen. Und es ist jetzt auch egal!

Am Freitag wird der Mann die Kinder ins Auto laden und den Kleinen zu meinen Eltern, den großen zu seinen Eltern bringen. Dann haben wir eine Woche nur für uns und die Arbeit, bevor der Kleine dann am Wochenende wieder zu uns gebracht wird. Der Große bleibt erstmal drei Wochen an der Nordsee und reist dann weiter zu meinen Eltern, wo wir ihn dann nach insgesamt vier langen Wochen abholen werden. Keine Abschiebung sondern der Wunsch des Kindes.

Die letzten zwei Wochen der Ferien verbringen wir dann alle gemeinsam zu Hause. Es muss noch die Material-Liste der neuen Schule abgearbeitet werden. Der neue Ranzen steht schon bereit, der alte ist einfach zu klein geworden und trägt sich schlecht für unseren 1,52m großen Riesen. Wir sind gespannt, wie es werden wird. Vielleicht brauchen wir beim Schulthema einen genauso langen Anlauf wie bei der Wohnsituation. Da mussten wir ja auch erstmal zwei Wohnungen in Hessen ausprobieren, um dann am Ende in unser Traumhaus zu ziehen. Vielleicht ist Schule Nr. 3 ja das perfekte Traumhaus für den Großen.

Aber jetzt: Eine Woche voller Abschiede. Ich denke, es wird hart aber herzlich. 😀

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Ende

Wir zählen.

Noch drei Wochen Schule.

Noch 29 Mal Schulweg fahren.

Noch 14 (plus der Rest von heute) Tage Schule.

Dann endlich 6 Wochen Ferien. Es wird Zeit!

Und dann? Dann heißt es: Schulwechsel. Mal wieder.

Leider hat der Große die Probezeit der Waldorfschule nicht bestanden und muss sie nun verlassen. Wir sind alle sehr traurig und maßlos enttäuscht. Wir schwanken zwischen: “Wir müssen das so hinnehmen” und “Wir wollen diesen Wechsel nicht”. Die Schule hat nun eine Lösung herbeigeführt, die eine Lösung für die Schule nicht aber für das Kind ist. Das Verhalten der Lehrer, diese Entscheidung entspricht mit nichts dem, was eine Waldorfschule ausmacht. Unser Kind wird dargestellt, als wäre es verhaltensgestört. Wir haben die Tests gemacht. Er ist es nicht. Er kommt überall zurecht. Er ist nicht mehr der Junge, der im Sportverein negativ auffällt. Er ist ein ruhiger Junge geworden. Er hat Freundschaften geschlossen. Es klappt überall viel, viel besser, auch zu Hause, und bei der Hausaufgabenbetreuung.

Nur die Lehrer, die können ihn nicht bändigen. Er sei unterfordert heißt es jetzt plötzlich, wo noch vor einigen Wochen die Sorge bestand, dass er die 4. Klasse inhaltlich nicht packt. Er würde sich für die Inhalte nicht interessieren. Was genau er macht, dass man ihn nicht länger haben möchte, sagt uns kein Mensch. “Er stört” heißt es da nur immer wieder. “Er ist laut.” Was das mit einem gerade erst Neunjährigen anstellt, wenn man so abgelehnt wird, darüber denkt kein Mensch nach. Es sind erwachsenen Menschen, die sich nicht im Griff haben, keine professionelle Distanz wahren. Die das Kind spüren lassen: “Du bist hier nicht willkommen.” Das ist es, was mir das Herz bricht. Und ihm.

Nun muss er wieder zurück an die Regelschule, die kleine Grundschule im Dorf. Er muss das Jahr wiederholen, wird noch mehr auffallen, weil er mit Abstand der Größte sein wird, weil er die Klasse wiederholen muss (“Sitzenbleiber”). Mir ist das egal. Mein Vater sagte: “Arbeiten muss er noch sein Leben lang. So kann er ein Jahr länger Kind sein.” Ich glaube, Philip ist schon seit Monaten kein Kind mehr. Nur noch ein von Sorgen Getriebener, der seinen Platz nicht findet, der nicht zu sich und zur Ruhe kommen kann, weil es immer so viel Aufregung um ihn gibt.

Und dann spüre ich jeden Tag so deutlich, dass er mit großen Schritten in Richtung Pubertät unterwegs ist. Er wird immer ruhiger, verschlossener. Er hat nicht mehr viel Zeit, Kind zu sein und die letzten Jahre hat er nicht wirklich oft die Gelegenheit dazu bekommen.

Vielleicht ist das aber auch seine Reaktion auf das Erlebte, auf die Ablehnung, auf unsere ewigen Streits wegen der Schule, die vielen Dinge, die gesagt wurden, der Druck den wir aufgebaut haben, weil “Das muss da unbedingt klappen an dieser Schule, die ist für Dich perfekt!”

Wer will schon Perfektionismus, wenn er Glück haben kann?

Schanöpsel

· Letzten Donnerstag habe ich eine Auffrischungsfahrstunde genommen. Grund: Freitag geht es mit dem Großen in den MovieParkGermany und ich mussmussmuss uns dorthin fahren. (Hab ich ja vielleicht schon erwähnt.) Die Fahrstunde lief ganz gut, die Beine waren nicht halb so puddingweich wie ich befürchtet hatte und das Auto ging mir auch nur dreimal aus. Und das zu Recht. Damit das Ganze nicht für die Katz war, bin ich dann abends direkt zum Einkaufen gefahren und ich sag’s mal so: Das war sicher nicht die effektivste Fahrt und nicht der sinnvollste Einkauf, aber ich bin gefahren. Und so setze ich mich nun immer öfter hinter’s Steuer und finde es schon fast normal. Nur heute morgen… Anfahren am Berg… Handbremse und viel zu viel Gas und ein viel zu hoher Puls, kurzzeitig. Aber das sehe ich entspannt. (Jetzt.)

· Gestern Abend großes Johannifest in der Schule und selten habe ich mich so deplatziert und ausgeschlossen gefühlt. Irgendwie war’s uns aber auch echt zu spät und Philip war müde und aufgeregt wegen des bevorstehenden Geburtstags und mein Beitrag zum Büffet (Couscous-Salat. KEIN Fingerfood. Auweia.) war auch nix. Als wir um 22 Uhr gehen mussten, weil es spät, das Kind müde und die Mutter genervt war, konnte dann absolut keine Lösung gefunden werden, damit der Salat weiter gegessen werden kann und ich trotzdem meine Schüssel wiedersehe. Da lassen ging gar nicht (“Nein, also, das wird nix, das ist zu großer Aufwand.” Schüssel war mit Namen und Klasse beschriftet), Umfüllen auch ein Riesenproblem (“In meiner Schüssel waren Erdbeeren und ich kann ja hier schlecht für die anderen sprechen.”). Mir war das alles viel zu kompliziert, also habe ich völlig entnervt die Schüssel des Anstosses geschnappt und bin verschwunden. Fußballspielen durften die gelangweilten, weil nicht mittanzen wollenden Jungs auch nicht. Und der Ball war auch noch unserer. Was bin ich nur für eine Rabenmutter! Das sind so die Momente, wo ich mich schon frage, ob eigentlich alle bescheuert sind. Wo mir doch ständig beteuert wird, wie umgänglich und nett ich wäre, aber ganz ehrlich, irgendwann ist dann auch mal gut.

· Umso erfreulicher war dann der Start in den (Geburts-)Tag vom großen heute. Mit Kerzen am Bett gesungen, Geschenke ausgepackt, freuen üben wir noch mal, Kuchen essen und dann etwas zu spät in die Schule kommen. Der Empfang war so schön, dass der Ärger vom Vorabend sofort verflog, denn hier soll vor allem einer glücklich werden und das bin nicht ich. Die Kinder fingen sofort an “Happy Birthday” zu singen, die Lehrerin gratulierte ganz herzlich, aber nicht zu überschwänglich, also in genau dem Maß, dass unser Sohn braucht. Schön, ich hätte sie am liebsten gedrückt.

· Ansonsten gibt es viel Arbeit, wenig Freizeit, noch weniger Schlaf, dafür umso mehr Kaffee. Johannes kann seit gestern aus dem Bett klettern und ich weine jetzt schon mal dem Mittagschlaf nach, wobei mich das ab August dann ja gar nicht mehr betrifft. 😉

· Hab ich schon erwähnt, dass wir am Freitag in den MoviePark fahren? Ich bin so aufgeregt! Das letzte Mal war ich mit 12 (?) in einem Freizeitpark. Ich bin gespannt, wie es Philip gefallen wird. Glücklicherweise kann er viele Sachen allein fahren, aber ich fahre auch gern mit. Und wir haben ein ganzes Wochenende für uns, ein nettes Hotel und eben zwei Tage Eintritt in den MoviePark. Nur noch drei Mal schlafen! Aaaahhhhh…!

Ja, und nu?

Am Samstag schauten wir uns ein kleines Reihenhaus an. 125 Quadratmeter, vier Zimmer, 250qm Garten. Lage suboptimal, Zustand unterirdisch, Miete im Verhältnis viel zu hoch. Aus der Traum vom Haus. Mal wieder. Aber das kennen wir ja schon. Und so langsam schlich sich das Gefühl ein: Vielleicht können wir uns einfach kein Haus leisten. Jetzt. im Moment. es gäbe ja tolle Dinger, aber wir sind eben nicht bereit 1500€ Miete zu zahlen und bauen/kaufen ist auch überhaupt keine Option.
Also überwand ich mich gestern und rief die Nummer an, die mir eine Bekannte gegeben hatte. Die Nummer gehörte zu einer jungen Frau, die drei Häuser weiter wohnt und aus der Wohnung nun ausziehen wird. Obwohl es die gleiche vielbefahrene Strasse ist, es kein Haus zu vermieten gibt, war ich neugierig. Altbau, 120qm, Gartenmitbenutzung, 6 Zimmer und das Ganze für unter 1000€ warm, lockten mich einfach. Also vereinbarte ich eine Besichtigungstermin für heute nachmittag und ging dort auch erstmal allein hin, also mit den Kindern, aber ohne Mann. 😉
Leider, leider ist die Wohnung ziemlich toll. Und zudem auch noch günstiger als unsere jetzige. Aber eben auch genauso laut. (Ich glaube ja, dass es dort schon leiser ist, aber mein Mann sieht das anders.) Jedenfalls war die Wohnung so toll, dass ich meinen Mann heute Abend direkt rüberschickte zum Gucken. Und weil der nun aber im Kino ist und ich mich mitteilen muss, schreibe ich diesen Post.

Und diese Liste:
Pro
~ gleiche Lage, gleiche Vorteile (kurzer Weg zur Arbeit, zum Kindergarten, gemeinsames Mittagessen, stadtnah)
~ gleiches soziales Umfeld (!!!)
~ mehr Zimmer
~ weniger Miete
~ Garten
~ Vermieter ≠ Chef (!!!!!!!!!!!)
~ weniger ungenutzte Quadratmeter
~ getrennte Kinderzimmer + Arbeitszimmer + Esszimmer (Zimmeranzahl verdoppelt sich!)

Contra
~ Umzug und die damit verbundenen Kosten
~ gleiche laute Strasse
~ eventuell Küchenübernahme
~ kein Gäste-WC, kein Balkon
~ …
Eigentlich eindeutig, aber leider nur eigentlich. Ich weiß nicht, ob wir einen Umzug finanziell stemmen können, inkl. der anfallenden Kosten für die Küche, die wir übernehmen müssten und auch so Sachen wie die horrende Nebenkosten-Nachzahlung, die uns auf jeden Fall erwartet wegen des langen Winters. Entscheiden müssten wir uns bis Ende der Woche. Und dann wissen wir noch immer nicht, ob es klappt, da eigentlich schon eine Maklerin eingeschaltet ist, die wir aber wegen der oben erwähnten Bekannten ja komplett umschippert haben. Besagte Maklerin kennen wir aber und da ließe sich dann möglicherweise tatsächlich etwas drehen.

Und zu allem Übel habe ich auch eigentlich nicht so wirklich viel Lust schon wieder umzuziehen. Man kommt sich ja vor, wie ein Nomadenvölkchen. Alle 2,5 – 3 Jahre umziehen… Andererseits haben wir auch echt schon eine Menge mitgemacht und heute wurde uns schon die nächste Baustelle offenbart und das nervt mich eigentlich am allermeisten. Also vielleicht?…

Erstmal drüber schlafen und dann schauen wir mal morgen früh. Aber ich werde wohl nicht besonders gut schlafen. Insgeheim richte ich nämlich schon ein. Mal schauen, ob es meinem Mann genauso geht. 😉

EDIT: So, die halbe Nacht in Gedanken Möbel gerückt und heute morgen das OK vom Mann bekommen. Wir werden also versuchen, unsere Traumwohnung zu bekommen. Ein paar gedrückte Daumen können sicher nicht schaden. 😀 Hui, bin ich aufgeregt!!!

Wieder zu Hause!

Seit Dienstagnacht sind wir wieder zu Hause. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mittags, sind wir quasi direkt heimgefahren. Pete musste ja so langsam mal wieder an die Arbeit und mich hielt auch nichts mehr. Ich wollte einfach nur noch nach Hause, in meinem eigenen Bett schlafen.
Philip und den Neffen haben wir direkt mitgenommen. Wäre ja Quatsch, wenn meine Eltern zwei, drei Tage später mit ihnen aufgebrochen wären. Ich hätte sie zwar gern ein paar Tage um mich gehabt, aber so ist es auch okay. Ich war auch nicht mehr in der Lage, Einwände zu erheben. Die drei Nächte im Krankenhaus haben mich wirklich total viel Energie gekostet. Das Schlaf die beste Medizin ist, war denen wohl nicht bekannt dort. Alle zwei Stunden wurde nachts die Tür aufgerissen, das Licht angemacht und die Flexüle von Johannes kontrolliert.

Muss alles sein, verstehe ich auch, aber es wäre sicher auch anders gegangen. Die letzte Nacht war dann auch nicht ganz so schlimm, was aber sicher auch daran lag, dass Johannes einfach total müde war.
Entlassen wurden wir dann mit der Diagnose 3-Tage-Fieber und dem Hinweis, ich solle doch bitte schön darauf achten, dass das Kind genug trinkt und anständig zunimmt. Überhaupt musste ich mir die ganze Zeit blöde Kommentare wegen des Stillens anhören. Allein schon morgens: “Was isst er denn zum Frühstück? … Ach, er wird nur gestillt?!” Und weil das arme Kind ja so überhaupt keine Flüssigkeit bekommt, wurde dann direkt noch einmal die Rate vom Tropf erhöht. Die haben Johannes da regelrecht durchgespült. Und mir bleibt die Frage: Bekommt er wirklich nicht genug?
Er isst mittlerweile drei Mal am Tag Brei, manchmal auch nur zweimal. Dabei schafft er nie eine ganze Portion, sprich ein ganzes Glas und auch beim Getreide-Milch-Brei am Abend brauche ich nie die angegebene Menge bereiten. Anschließend stille ich ihn meist, bzw. versuche ich es. Oft will er nicht, trinkt ein,zwei Minuten und ist dann zu abgelenkt. Entsprechend oft wird er nachts wach. Tee, Schorle, Wasser – nimmt er alles nicht. Aus der Flasche schon mal gar nicht und mit Löffel, Tasse, Becher funktioniert es überhaupt nicht. Als er so hoch fieberte, hat er von sich aus den Bedarf erhöht und kam wieder alle zwei Stunden. Für mich ist das eigentlich alles völlig okay, nein, es war völlig okay. Jetzt frage ich mich den ganzen Tag: “Trinkt er genug? Isst er genug? Muss ich ihn noch einmal stillen?” Zusätzlich laufe ich immer zu mit Getränken hinter ihm her, die er nicht will/nimmt.
Keine Ahnung was ich da tun soll. Und ob es überhaupt nötig ist. Muss mich mal mit meiner Hebamme beraten. Aber es ist schon irre, wie unfassbar stillunfreundlich die da waren.
Dem Kleinen geht es übrigens wieder absolut gut!

(Ge-)Wichtig.

Nun sind es noch 2,5 Wochen bis zum Termin und abgesehen von einigen leichten Panikattacken, habe ich eigentlich ganz positiv in Richtung Geburt geschaut. Auch heute morgen, als meine Hebamme da war, überwog die Vorfreude auf das Kind. Die Hebamme fand alles völlig normal und geht nun eher davon aus, dass wir es gut zum Termin schaffen werden. Gute Sachen, denn ab dem 26.3. ist zumindest die Betreuung von Philip geklärt.
Dann ging ich zum Arzt und bekam den ersten Schrecken auf der Waage. Zwei Kilo mehr in zwei Wochen. Ist jetzt in der Gesamtsumme gesehen absolut vertretbar, aber für mich eben doch irgendwie doof. Also machte die Ärztin direkt noch einen Vermessungsultraschall und schätzte das Gewicht so auf derzeit 3200g, Tendenz natürlich eher steigend.
Und schon wurde ich bearbeitet, ob ich es denn wirklich noch einmal spontan versuchen möchte oder nicht doch lieber gleich einen Kaiserschnitt einplanen will. Hinterlassen hat mich das nun wieder absolut unsicher. Ich möchte so gern spontan gebären. Der letzte Not-Kaiserschnitt nach 28 Stunden Kreißsaal und kompletter Muttermundsöffnung, war die Hölle und auch die anschließende Wundheilungsstörung war anstrengend. Sechs Wochen lang jeden Tag zum Arzt, anfangs noch inklusive Wundwasser aus der geöffneten Narbe quetschen lassen und dann tägliche Gabe von Antibiotika, das in die geöffnete Narbe gequetscht wurde, bis es nicht mehr ging. Und das Alles mit Säugling. Keine schöne Erinnerung.
Ich bin also nicht scharf auf einen Kaiserschnitt. Noch weniger möchte ich aber noch einmal bis kurz vor Schluss in den Wehen liegen, nur um dann doch auf dem OP-Tisch zu landen.
Klar, die Entscheidung kann mir niemand abnehmen, aber irgendwie fühlt es sich an, als gäbe es keinen guten Weg, keinen Kompromiss.

Lehrreich!

Ich bin ja ein eher verkopfter Mensch. Bei allen Dingen, die mir passieren, wälze ich anschließend im Kopf immer wieder um, warum das nun passiert ist und was ich daraus lernen kann und möglicherweise soll. So natürlich auch im Fall der vorzeitigen Wehen, dem Krankenhausaufenthalt und meinem ziemlich abrupten Ende im Büro.
Seit gestern bin ich nun sicher zu wissen, was mich all das lehren soll. Zwei Dinge stehen da hoch oben auf der Liste.

1. Um Hilfe bitten und Hilfe annehmen.
Es gibt kaum etwas, was mir so schwer fällt, wie das Bitten um Hilfe. Eher beiße ich die Zähne zusammen und versuche irgendwie selbst klar zu kommen. Meistens klappt das auch und ich kann hinterher stolz auf mich sein. Aber ich ärgere mich dann über meine Mitmenschen. Ich unterstelle nämlich grundsätzlich jedem hellseherische Fähigkeiten und finde es dann doof, wenn die Hilfe, die ich doch so offenkundig benötige, nicht angeboten wird.
In der derzeitigen Situation lerne ich also mich mitzuteilen. Und das es gar nicht wehtut, wenn man nicht alles alleine packt, sondern auch mal Dinge abgibt.

2. “Wie geht’s?”
Ich hasse diese Frage. Sie stellt für mich den Inbegriff von Oberflächlichkeit dar, denn das Gegenüber will doch oftmals gar nichts davon hören, wie gut oder auch schlecht es einem geht. Ich lerne gerade, dass es durchaus Momente im Leben gibt, wo es die Leute um mich herum sehr wohl interessiert, wie es mir geht. Meine Standardantwort lautet seit Jahren: “Gut.” Das “Und selbst?” spare ich mir meist. Nicht sehr höflich, aber ich bringe es einfach viel zu selten über die Lippen. Nun werde ich seit dem 1. Februar natürlich ständig gefragt, wie es mir geht. Und plötzlich finde ich das gar nicht mehr oberflächlich sondern nett. Ich wundere mich teilweise zwar, wer sich da so für mich interessiert. Das tut gut und ich denke, ich bin den Menschen schuldig, auf ihre Frage einigermaßen ehrlich zu antworten.

Ansonsten ist diese ganze Angelegenheit für mich natürlich mal wieder eine große Geduldsprobe und auch Pete scheint froh zu sein, wenn wir endlich zu viert sind. Aber bis dahin sind nun noch sieben Wochen irgendwie rumzukriegen. Die letzten beiden Tage habe ich faul auf dem Sofa gelegen. Nun ist mein Kreislauf etwas im Eimer, aber das werde ich morgen schon wieder in den Griff kriegen. Mein eher kleines Bäuchlein wächst nun auch unaufhörlich, das Kind darin strampelt in alle möglichen und eigentlich eher nicht möglichen Richtungen, ich bin schnell atemlos, von Sodbrennen geplagt und doch einfach nur froh, dass das Kind da noch drinnen ist. Hier gibt es auch nach wie vor einiges zu erledigen. Kinderzimmer umräumen, Miniklamöttchen raussuchen und waschen, Wickelkommode zusammenbauen usw.
Seit gestern haben wir nun immerhin auch einen Kinderwagen. Ein älteres Modell von Emmaljunga haben wir dem Postboten abgekauft. Und zwar für die Hälfte von dem, was wir ursprünglich mal ausgeben wollten. Ich denke, damit werden wir sehr zufrieden sein. Nun fehlt hier noch die Autoschale und einiges an Kleinkram, aber ich habe ja noch sieben Wochen Zeit oder so.
Wobei ich als Geburtstermin auf den 25.3. tippe. Das ist zwar kein besonders schönes Datum, aber dann hätte der Kleine immer auf den Tag genau drei Monate vor dem Großen Geburtstag und es wäre genau neun Monate nach dem Geburtstag Weihnachten. Und solche Zusammenhänge finde ich super.

*bibber*

Nicht nur, dass es wirklich ziemlich kalt ist und ich schon mit Sweatshirt und Fleece-Weste im Büro sitze, nein, ich bin zudem auch noch wirklich richtig nervös wegen des Termins gleich. Irgendwie fühlt es sich so an, als wäre das heute absolut wichtig. Als hinge von diesem einen Termin ab, ob alles gut geht. Wenn heute alles passt, dann wird alles gut. Hoffentlich ist das jetzt nicht vor jedem Termin so. Das wäre ja schlimm. Bei Philip war ich doch auch viel gelassener, hab mir fast nie den Kopf darüber zerbrochen, was alles schief gehen könnte. Komisch. Aber so rein arbeitstechnisch war heute wirklich nicht viel drin. Zu sehr war ich mit meinen Gedanken woanders.
Gleich geht’s los. Ich werde berichten!

Edit: Alles super! Kräftiger Herzschlag und das Kind hat auch schon ziemlich gezappelt. Der anfangs berechnete Geburtstermin 2.4. wurde korrigiert auf den 13.4. Das ist zwar rein biologisch betrachtet unmöglich ;-), aber ich füge mich in mein Schicksal. 😉

Ergibt sich.

Kurz vor meinem Geburtstag werde ich ja immer so ein bißchen wehmütig und blicke mit einem lachenenden und einem weinenden Auge auf die Vergangenheit zurück. Ich finde es in diesem Jahr besonders erschreckend, dass manche der Erinnerungen nun schon mehr als 10 Jahre zurückliegen. Schon komisch, wie die Zeit so vergeht bis zum Finale.

Auch nehme ich mir meistens für das nächste Lebensjahr Dinge vor, so wie man es wohl an Silvester tut. Ewig ganz weit oben steht immer das Malen, das sollte ich dringend viel mehr tun. Auch Schreiben. Das macht mich vielleicht nicht glücklicher, aber ich finde, ich habe mich zu so einer blöden Meckerziege entwickelt, das geht langsam echt gar nicht mehr. Zumindest hier in dem Blog kommt das so rüber, ich beobachte mich ja nicht den ganzen Tag und schaue, was ich wie mache. Aber immer, wenn ich hier mal so ein bißchen zurücklese, denke ich, dass ich immer viel zu negativ rüber komme. Dabei bin ich – so glaube ich zumindest – gar nicht so extrem. Ich hab nur definitiv zu viel Zeit zum Nachdenken, was ich dann auch gern und häufig tue. Nur leider komme ich am Ende nur selten zu einem zufriedenstellenden Ergebnis.
Manchmal ist mir so sehr danach alles hinzuschmeißen und einen anderen weg einzuschlagen, dass mir angst und bange wird. Woran das liegt? Ich habe keine Ahnung. Ich würde gern viel unabhängiger leben, aber das ist ja in sich auch schon Quatsch, denn im Grunde bremse ich mich dabei die ganze Zeit selbst aus, nutze meine Zeit viel zu wenig und hänge lieber meinen Gedanken nach, statt mal etwas anzupacken.
Es ist so schade, dass ich so inkonsequent bin, dass ich es nicht schaffe, mich selbst für tolle Sachen, die mir gut tun würden, zu motivieren. Am Ende bleibt alles nur in kleinen Dosen und irgendwann verschwindet die Idee ganz.
Blöd nur, am Ende kann ich nichts wiederholen, besser machen. Ich bin sicher, dass ich in weiteren 10 Jahren verärgert sein würde, darüber, dass ich so viel Zeit so sinnlos verstreichen lassen habe. Ich bin ergebnisorientiert. Am Ende muss etwas sichtbar sein. Tage an denen ich abends ins Bett falle, hundemüde ohne dass ich sehen kann, warum das so ist, finde ich furchtbar. Am Ende muss es etwas geben. Etwas sichtbares. Tagsüber finde ich es aber gar nicht so schlimm, wenn es mal kein Ergebnis gibt. Tagsüber kann ich die Tage verstreichen lassen. Um mich dann abends beim Einschlafen zu ärgern und mir die wildesten Sachen für den nächsten Tag vorzunehmen, die ich dann wieder nicht angehe. Das ist so ätzend.
Ich würde das gern ändern. Vielleicht bin ich dieses Jahr dann etwas erfolgreicher. Und vielleicht ist es wirklich die momentane Lebenssituation, die mich so runterzieht, die macht, dass ich unerfüllt bin. Vielleicht sollte ich die als erstes anpacken und zum Fenster rausschmeißen.