Die letzte Woche.

Erfreulicherweise hat heute die letzte Woche vor den Ferien angefangen. Und das ist sie auch einfach: die letzte Woche vor dem Urlaub, den Ferien. Es ist nicht die letzte Woche Waldorfschule, weil wir nicht zurückblicken und uns ärgern wollen.

Am letzten Freitag gab es für Philip eine Strafarbeit: “Warum störe ich den Unterricht nicht?” Dazu sollte er einen Aufsatz schreiben. Ich konnte leider mein Erstaunen darüber nicht verbergen und so haben wir beschlossen, dass er diesen Aufsatz nicht schreiben wird. 1,5 Jahre lang gab es keine einzige Strafarbeit und nun eine Woche vor dem Ende werden wir damit auch nicht anfangen. Es ist einfach nur noch lächerlich. (Abgesehen davon ist die Formulierung ohnehin so was von beknackt, weil, es ist doch toll, dass er den Unterricht nicht stört.) Was auch immer sich die Klassenlehrerin dabei gedacht hat – ich werde es nicht verstehen. Und es ist jetzt auch egal!

Am Freitag wird der Mann die Kinder ins Auto laden und den Kleinen zu meinen Eltern, den großen zu seinen Eltern bringen. Dann haben wir eine Woche nur für uns und die Arbeit, bevor der Kleine dann am Wochenende wieder zu uns gebracht wird. Der Große bleibt erstmal drei Wochen an der Nordsee und reist dann weiter zu meinen Eltern, wo wir ihn dann nach insgesamt vier langen Wochen abholen werden. Keine Abschiebung sondern der Wunsch des Kindes.

Die letzten zwei Wochen der Ferien verbringen wir dann alle gemeinsam zu Hause. Es muss noch die Material-Liste der neuen Schule abgearbeitet werden. Der neue Ranzen steht schon bereit, der alte ist einfach zu klein geworden und trägt sich schlecht für unseren 1,52m großen Riesen. Wir sind gespannt, wie es werden wird. Vielleicht brauchen wir beim Schulthema einen genauso langen Anlauf wie bei der Wohnsituation. Da mussten wir ja auch erstmal zwei Wohnungen in Hessen ausprobieren, um dann am Ende in unser Traumhaus zu ziehen. Vielleicht ist Schule Nr. 3 ja das perfekte Traumhaus für den Großen.

Aber jetzt: Eine Woche voller Abschiede. Ich denke, es wird hart aber herzlich. 😀

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Schanöpsel

· Letzten Donnerstag habe ich eine Auffrischungsfahrstunde genommen. Grund: Freitag geht es mit dem Großen in den MovieParkGermany und ich mussmussmuss uns dorthin fahren. (Hab ich ja vielleicht schon erwähnt.) Die Fahrstunde lief ganz gut, die Beine waren nicht halb so puddingweich wie ich befürchtet hatte und das Auto ging mir auch nur dreimal aus. Und das zu Recht. Damit das Ganze nicht für die Katz war, bin ich dann abends direkt zum Einkaufen gefahren und ich sag’s mal so: Das war sicher nicht die effektivste Fahrt und nicht der sinnvollste Einkauf, aber ich bin gefahren. Und so setze ich mich nun immer öfter hinter’s Steuer und finde es schon fast normal. Nur heute morgen… Anfahren am Berg… Handbremse und viel zu viel Gas und ein viel zu hoher Puls, kurzzeitig. Aber das sehe ich entspannt. (Jetzt.)

· Gestern Abend großes Johannifest in der Schule und selten habe ich mich so deplatziert und ausgeschlossen gefühlt. Irgendwie war’s uns aber auch echt zu spät und Philip war müde und aufgeregt wegen des bevorstehenden Geburtstags und mein Beitrag zum Büffet (Couscous-Salat. KEIN Fingerfood. Auweia.) war auch nix. Als wir um 22 Uhr gehen mussten, weil es spät, das Kind müde und die Mutter genervt war, konnte dann absolut keine Lösung gefunden werden, damit der Salat weiter gegessen werden kann und ich trotzdem meine Schüssel wiedersehe. Da lassen ging gar nicht (“Nein, also, das wird nix, das ist zu großer Aufwand.” Schüssel war mit Namen und Klasse beschriftet), Umfüllen auch ein Riesenproblem (“In meiner Schüssel waren Erdbeeren und ich kann ja hier schlecht für die anderen sprechen.”). Mir war das alles viel zu kompliziert, also habe ich völlig entnervt die Schüssel des Anstosses geschnappt und bin verschwunden. Fußballspielen durften die gelangweilten, weil nicht mittanzen wollenden Jungs auch nicht. Und der Ball war auch noch unserer. Was bin ich nur für eine Rabenmutter! Das sind so die Momente, wo ich mich schon frage, ob eigentlich alle bescheuert sind. Wo mir doch ständig beteuert wird, wie umgänglich und nett ich wäre, aber ganz ehrlich, irgendwann ist dann auch mal gut.

· Umso erfreulicher war dann der Start in den (Geburts-)Tag vom großen heute. Mit Kerzen am Bett gesungen, Geschenke ausgepackt, freuen üben wir noch mal, Kuchen essen und dann etwas zu spät in die Schule kommen. Der Empfang war so schön, dass der Ärger vom Vorabend sofort verflog, denn hier soll vor allem einer glücklich werden und das bin nicht ich. Die Kinder fingen sofort an “Happy Birthday” zu singen, die Lehrerin gratulierte ganz herzlich, aber nicht zu überschwänglich, also in genau dem Maß, dass unser Sohn braucht. Schön, ich hätte sie am liebsten gedrückt.

· Ansonsten gibt es viel Arbeit, wenig Freizeit, noch weniger Schlaf, dafür umso mehr Kaffee. Johannes kann seit gestern aus dem Bett klettern und ich weine jetzt schon mal dem Mittagschlaf nach, wobei mich das ab August dann ja gar nicht mehr betrifft. 😉

· Hab ich schon erwähnt, dass wir am Freitag in den MoviePark fahren? Ich bin so aufgeregt! Das letzte Mal war ich mit 12 (?) in einem Freizeitpark. Ich bin gespannt, wie es Philip gefallen wird. Glücklicherweise kann er viele Sachen allein fahren, aber ich fahre auch gern mit. Und wir haben ein ganzes Wochenende für uns, ein nettes Hotel und eben zwei Tage Eintritt in den MoviePark. Nur noch drei Mal schlafen! Aaaahhhhh…!

Drei lange Tage.

Seit unserem Ausflug am Wochenende sind wir kaum vor die Tür gekommen. Das ist für einen Nachmittag mal ganz okay, am zweiten wird es dann schon anstrengend und am dritten Tag in Folge wird es dann unerträglich. Leider war das Wetter aber hier nicht so, dass wir uns vor die Tür wagen wollten. Viel zu kalt und was noch viel schlimmer war: Viel zu naß! Aber ich will mich hier nicht über das Wetter auslassen, auch wenn es dazu derzeit ja Grund genug gibt.

Heute nachmittag geht es also raus, egal wie, egal wohin, nur raus. Vielleicht gehen wir mal auf den Französischen Markt, der im Nachbarort (und Nachbarbundesland!) stattfindet. Da könnte man sich mal mit einigen Köstlichkeiten belohnen. 😀

Gestern Abend hatte ich einen Termin mit einer Neukundin vor dem ich echt richtig Bammel hatte, weil es eine für mich so unbekannte Branche ist und es uns beiden so schwer fällt, in griffige Worte zu fassen, was genau sie tut. Also war ich den ganzen Nachmittag total nervös, versuchte irgendetwas in meinem Kleiderschrank zu finden, was ich tragen kann, um mich besonders wohl in meiner Haut zu fühlen, das hilft ja oft. Glücklicherweise verlief der Termin absolut positiv, denn obwohl wir noch immer keinen treffenden Namen für das Kind haben, so konnte ich mit dem von mir präsentierten Visual großen Eindruck schinden. Offensichtlich hatte ich eine sehr gute Eingebung und habe damit den Nerv meiner Kundin getroffen. Ich hatte nicht wirklich damit gerechnet. Umso glücklicher bin ich jetzt und ich denke, nun wird uns die Arbeit etwas leichter von der Hand gehen.

Nicht ganz so glatt läuft derzeit die Fremdbetreuung von Johannes, denn beide seiner Haupterzieherinnen glänzen derzeit durch Abwesenheit. Die eine hat seit Mittwoch drei Wochen Urlaub, die andere ist noch bis Ende Mai krankgeschrieben. Also gibt es jeden Morgen eine deftige Brülleinlage und ich versuche mit einem Lächeln auf den Lippen zu gehen, damit er nicht merkt, dass mir auch nicht wohl dabei ist, mein aufgelöstes Kind dort zu lassen. Ich weiß ja, dass es ihm dort gut geht und die Vertretungen sind sehr nett und er kennt sie auch schon länger, aber irgendwie ist mir das lieber, wenn das Kind vergnügt in die KiTa hopst. (Phase, Phase, Phase…)

Apropos Phase: Johannes ist ja nicht so der Kuscheltiertyp, aber zur Zeit ist es mir schon etwas unheimlich. Zum Kuscheln werden jetzt nämlich konsequent ein ganz bestimmtes Auto für die linke und ein großes Schleich-Pferd für die rechte Hand verlangt. Beides geht mit ins Bett und ich bin froh, dass er es immer irgendwie schafft, nicht die halbe Nacht draufzuliegen. Heute hat er aber mal einen Teddy mitgenommen. Aber das war dann auch wieder nicht richtig. 😉

Weiter geht’s…

Namen

Lang bevor Johannes sein erstes Wort gesprochen hat, rätselte Philip, welchen Namen er wohl vom kleinen Bruder verpasst bekommen würde. Irgendwie war ihm wohl klar, dass es ihm schwer fallen würde, den Namen richtig auszusprechen.
Nun haben wir die Antwort auf diese Frage. Es wurde nicht “Hiphip”, auch nicht “Pillip”, nein, der Kleine nennt den Großen “Fellekk”. 😉

Level Up!

Seit zwei Wochen schläft Johannes nun im Kinderzimmer zusammen mit seinem Bruder. Das klappt erstaunlich… schlecht. :-/
Dafür steht er nun immer öfter auch mal frei, wackelt aufrecht hinter der Gehhilfe hinterher und läuft an zwei Händen. Oder auf den Knien.
Gestillt wird noch immer einmal am Tag, bzw. in der Nacht/am sehr frühen Morgen. Whatever.
Sprechen tut er nix, außer mal “Neineinei…”, wenn er sich so richtig ärgert. Irgendwann hatte er ja schon mal sowas wie “Papa” drauf, ist ihm aber verloren gegangen.
Ist aber auch nicht so wicht, das Sprechen. Immerhin hat er seinen Zeigefinger als Instrument entdeckt und so wird hier lustig umhergeschickt und auf alles (meist Essbare) gezeigt und “Mh, Mh” gemacht. Mir persönlich reicht das erstmal. Und sobald wir alle aufhören ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen, wird er sicher auch mehr sprechen.
Ansonsten ist er einfach nur sehr süß und ein absoluter Kuschler. Fein!

So süß!

Johannes hat es ja auch nicht so eilig mit dem Sprechen. Erinnert mich schwer an Philip, aber der redet ja mittlerweile wie ein Wasserfall. Wir haben ein paar Babyzeichen eingeführt bzw. bin ich auch gerade wieder dabei ihm welche beizubringen, wobei ich mich seit gestern frage, wie wichtig es jetzt noch ist, ihm das Handzeichen für Banane beizubringen, wenn er doch in der Lage ist, auf ebenjene zu deuten und durch ein forderndes “Mh, Mh” klar zu machen, dass er gern ein Banane essen möchte. Außerdem ist es mittlerweile auch möglich, ihn einfach zu fragen. “Johannes, möchtest Du eine Banane essen?” Er nickt. “Möchtest Du schlafen.” Er schüttelt den Kopf. Er weiß also ganz genau, was der Unterschied ist. 😉
Heute früh hat er dann auch sehr divenhaft im Sinne von “Ich hab doch Nein gesagt.” den Keks auf den Boden geschmissen, den ich ihm trotz kräftigem Kopfschütteln hingelegt hatte. Allerdings nur um ihn einen Wimpernschlag später aufzuheben und zu essen. Das Meiste am Kleinkindalter macht ja doch immens Spaß. (Wenn man mal vom “Auf den Boden schmeißen” absieht.)

Nicht vergessen!

Wenn ich mich hin und wieder daran erinnere, dass mir ja niemand meinen Sohn wegnehmen will, kann ich diese Betreuungskiste ganz gut aushalten. Gestern war ich kurzzeitig mal so überwältigt, dass ich am liebsten gegangen und nie wieder gekommen wäre. Gestern Abend dann eine Runde realistische Betrachtung inklusive der Feststellung, dass mir nichts genommen wird und nun geht es auch schon wieder etwas besser.
Es ist für mich ja auch vor allem deshalb so schwer und anstrengend, weil ich eigentlich so gar nicht in meinen alten Job zurück möchte. Aber auch da hilft alles Rumgeflenne nicht, da muss man dann eben aktiv werden. Das wurde ich gestern und das tat gut.

(Das die Stelle ein absoluter Traum ist und ich wirklich wahnsinnig enttäuscht bin, wenn die mich nicht einmal zum Vorstellungsgespräch einladen, erwähne ich hier aber lieber nicht.) 😉

Entwicklung!

Für die Akten:
Seit heute stellt Johannes sich hin.
Seit dem Wochenende krabbelt er richtig auf Händen und Knien.
Er brabbelt in einer Tour.
Er schläft etwas besser. (Am Wochenende zweimal von 23 Uhr bis 6 Uhr.)
Am Samstag haben wir das erste Mal zu viert am Frühstückstisch gesessen.

Sehr, sehr schön das alles.