Ende

Wir zählen.

Noch drei Wochen Schule.

Noch 29 Mal Schulweg fahren.

Noch 14 (plus der Rest von heute) Tage Schule.

Dann endlich 6 Wochen Ferien. Es wird Zeit!

Und dann? Dann heißt es: Schulwechsel. Mal wieder.

Leider hat der Große die Probezeit der Waldorfschule nicht bestanden und muss sie nun verlassen. Wir sind alle sehr traurig und maßlos enttäuscht. Wir schwanken zwischen: “Wir müssen das so hinnehmen” und “Wir wollen diesen Wechsel nicht”. Die Schule hat nun eine Lösung herbeigeführt, die eine Lösung für die Schule nicht aber für das Kind ist. Das Verhalten der Lehrer, diese Entscheidung entspricht mit nichts dem, was eine Waldorfschule ausmacht. Unser Kind wird dargestellt, als wäre es verhaltensgestört. Wir haben die Tests gemacht. Er ist es nicht. Er kommt überall zurecht. Er ist nicht mehr der Junge, der im Sportverein negativ auffällt. Er ist ein ruhiger Junge geworden. Er hat Freundschaften geschlossen. Es klappt überall viel, viel besser, auch zu Hause, und bei der Hausaufgabenbetreuung.

Nur die Lehrer, die können ihn nicht bändigen. Er sei unterfordert heißt es jetzt plötzlich, wo noch vor einigen Wochen die Sorge bestand, dass er die 4. Klasse inhaltlich nicht packt. Er würde sich für die Inhalte nicht interessieren. Was genau er macht, dass man ihn nicht länger haben möchte, sagt uns kein Mensch. “Er stört” heißt es da nur immer wieder. “Er ist laut.” Was das mit einem gerade erst Neunjährigen anstellt, wenn man so abgelehnt wird, darüber denkt kein Mensch nach. Es sind erwachsenen Menschen, die sich nicht im Griff haben, keine professionelle Distanz wahren. Die das Kind spüren lassen: “Du bist hier nicht willkommen.” Das ist es, was mir das Herz bricht. Und ihm.

Nun muss er wieder zurück an die Regelschule, die kleine Grundschule im Dorf. Er muss das Jahr wiederholen, wird noch mehr auffallen, weil er mit Abstand der Größte sein wird, weil er die Klasse wiederholen muss (“Sitzenbleiber”). Mir ist das egal. Mein Vater sagte: “Arbeiten muss er noch sein Leben lang. So kann er ein Jahr länger Kind sein.” Ich glaube, Philip ist schon seit Monaten kein Kind mehr. Nur noch ein von Sorgen Getriebener, der seinen Platz nicht findet, der nicht zu sich und zur Ruhe kommen kann, weil es immer so viel Aufregung um ihn gibt.

Und dann spüre ich jeden Tag so deutlich, dass er mit großen Schritten in Richtung Pubertät unterwegs ist. Er wird immer ruhiger, verschlossener. Er hat nicht mehr viel Zeit, Kind zu sein und die letzten Jahre hat er nicht wirklich oft die Gelegenheit dazu bekommen.

Vielleicht ist das aber auch seine Reaktion auf das Erlebte, auf die Ablehnung, auf unsere ewigen Streits wegen der Schule, die vielen Dinge, die gesagt wurden, der Druck den wir aufgebaut haben, weil “Das muss da unbedingt klappen an dieser Schule, die ist für Dich perfekt!”

Wer will schon Perfektionismus, wenn er Glück haben kann?

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Mehr Langeweile bitte!

Heute war mal wieder ein Montag wie er im Buche steht, seinesgleichen sucht, whatever. So ein richtig schöner Kacktag.

Angefangen hat das Ganze heute morgen, als ich beim Blick auf’s Innenthermometer sah, dass wir nun im wärmsten Zimmer nur noch 18,2°C haben. Also dachte ich, ich würde jetzt dann doch mal die Heizung einschalten. Die tat nur leider nichts. Wir haben ja, als es schon zu warm zum Heizen war, eine neue Therme bekommen, die beim Test auch einwandfrei lief und seither auch zuverlässig Warmwasser liefert. Nur heizen mag sie nicht. Und der Heizungsmensch hat natürlich im Moment eher begrenzt Zeit. Also, dicke Fleecejacken an, Winterdecken bis zur Nasenspitze ziehen und morgens schockgefrostet aus der Dusche kommen.

Dann ging ich in die Bank deren Automat am Samstag nicht in der Lage war, mir meine Karte wiederzugeben, um eben diese und das von mir abgehobene Geld (auf dem Konto ist es nicht mehr) abzuholen. Dort traf ich heute früh niemanden an, denn die öffnen erst um neun. Also viel zu spät zur Arbeit, dafür viel zu früh wieder los, wieder zur Bank, wo mir dann eine wirklich überhaupt nicht höfliche Dame erklärte, dass die Karte heute morgen direkt weggeschickt wurde. Schriftlich gab es darüber aber nichts, das heißt, ich weiß noch immer nicht, ob meine Karte wirklich irgendwohin geschickt wurde. Alles, was ich weiß, ist, dass meine Karte nicht in meinem Besitz ist und ich auch absolut kein Bargeld mehr habe. Jackpot, würde ich sagen!

Und zur Krönung des Tages ist Johannes gerade mitsamt dem Sessel umgekippt und leider, leider war zwischen Sessel und Boden der Mittelfinger seiner rechten Hand, der umgehend auf Würstchendicke anschwoll. Papataxi ins Krankenhaus. Ich bin gespannt.

Dahin…

ist meine Weihnachtsstimmung.

1. Weihnachtskarten wurden angeblich am 17.12. verschickt, kommen hier aber nicht an. Ich bin stinksauer und habe keine Lust mehr, die überhaupt wegzuschicken. Aber dafür müssten sie auch erstmal ankommen. Das würde bedeuten: 120€ in den Wind geblasen. Ich hab’s ja. Ich bin echt sauer, merkt man das?

2. Gestern den Storio noch einmal in blau bestellt, bei anderem Shop. Nicht an den 7,95€ für den Expressversand gestört. Nur… versendet wurde das Teil immer noch nicht. Dann hätte es auch der normale Versand getan. Oder eben auch nicht.

3. Wir haben noch immer keinen Baum.

4. Ich könnt grad mal einen gepflegten Heulanfall bekommen. Nächstes Jahr dann vielleicht wieder.

Oh, du Fröhliche!

Na Bravo. Gerade doch mal in die Pakete mit den Geschenken geschaut und dabei festgestellt, dass der Storio für Philip heute in rosa geliefert wurde.

Ich brauche diese Extraportion Nervenkitzel in der Vorweihnachtszeit ja eigentlich nicht, aber irgendwie ist dann doch immer noch etwas. Ich bin gerade übrigens heilfroh, dass ich das nicht erst am 24. beim einpacken bemerkt habe. :/

Vom Einladen.

Wenn ich zu einer Party eingeladen werde, dann schaue ich in den Kalender, ob dort schon etwas für den Tag steht. Falls nicht, trage ich den Termin ein, bedanke mich für die Einladung und überlege, was ich anziehe.
Offensichtlich hat sich diesbezüglich aber schon wieder grundlegend etwas geändert. Anders kann ich mir nicht erklären, dass wir auf unsere Einladung zur Christmas-Party ganz oft zu hören kriegen: “Ich komme, wenn nichts anderes dazwischen kommt.” Gut, jetzt kann es immer mal passieren, das man sich ein Bein bricht, ein naher Verwandter verstirbt oder ein Wetterchaos losbricht. Ansonsten wird doch so verfahren wie von mir oben geschrieben, oder? Nein, wird es nicht. Denn, sobald sich etwas anderes (besseres?) ergibt, wird einfach abgesagt. Wie gesagt, es kann immer mal sein, dass es nicht geht, wegen Krankheit oder was auch immer, aber was ist denn das bitte für eine Art und Weise? “Ich kann da nicht kommen, ich krieg da Besuch.” Äh, da frage ich mich, warum sagt man dem sich ankündigenden Besuch nicht: “Sorry, aber an dem Tag bin ich eingeladen. Wir müssen das verschieben.” ??? Klar, auch hier gibt es immer plausible Gründe abzusagen, aber im Moment ist mir das echt viel zu oft ein “Puh, zum Glück ist mir was dazwischen gekommen.”

Übrigens: Ich glaube gar nicht so sehr, dass es nur uns so geht, denn in letzter Zeit werde ich auffallend oft trotz Zusage gefragt, ob ich/wir denn kommen. Merkwürdig.

Zu spät.

Frau Lehrerin war schneller als ich es jemals hätte sein können. Am Montag, als ich zu ihr in die Sprechstunde wollte, war sie A) nicht da und B) es auch schon zu spät. Denn sie war nicht da, weil alle Kinder der Klasse 1b in der Bibliothek waren. Ach nein, Entschuldigung, alle bis auf eines natürlich. Nämlich meines. Und langsam bin ich wirklich ungehalten. Ganz ehrlich, wenn ich gewusst hätte, wie viel “Ernst des Lebens” da in der ersten Klasse auf meinen Sohn zukommt, hätte ich ihn noch ein Jahr im Kindergarten gelassen.
Philip kommt beim Lernstoff gut mit, dass ist jetzt echt nicht so das Problem, aber es ist einfach viel zu viel für ihn. Zu den 20 Stunden Unterricht pro Woche kommt die Zeit, die er für die Hausaufgaben benötigt (zum Glück keine zwei Stunden mehr) plus die Zeit, die wir Eltern uns abzwacken sollen, um mit den Kindern Lernwörter zu wiederholen (Freitagstest!) und mit ihm auch mal in anderen Büchern zu lesen. Und hier kommt eines meiner größten Probleme, denn das klappt so überhaupt nicht. Er kann das einfach nicht und ich weiß nicht, wie ich ihm das schmackhaft machen und ihm tatsächlich helfen kann. Hinzu kommt ein Baby, dass uns zwischen den Füssen rumwuselt und mittlerweile ist es echt so, dass das für Philip nur noch Frust ist. Irgendwie ist da der Groschen trotz Leserutschen etc. noch nicht gefallen und ich habe ehrlich keine Lust, jeden Nachmittag mit ihm aneinander zu geraten, weil ich im Moment auch echt einfach nicht die Geduld habe. Er ist nach so einem Schultag in der Regel auch echt einfach nur erschöpft und müde und verkrümelt sich am liebsten in sein Zimmer, hört Harry Potter (selbst drin lesen lassen, sagt die Lehrerin. Ja genau.) und spielt etwas. Und ich finde, das ist auch sein gutes Recht! Wir können hier doch jetzt nicht 5 Tage die Woche total von der Schule beschlagnahmt sein. Ich möchte so gern auch mal hinaus, mit den Kindern einen Spaziergang durch die wunderbare, spätherbstliche Luft machen, aber dafür bleibt uns gar nicht die Zeit. Ich bin ja schon froh, wenn wir Karate und Ergotherapie irgendwie auf die Reihe kriegen, aber der Montag ist beispielsweise mein absoluter Horrortag. Philip muss um 7:40 in der Schule sein, hat dann Stunden Unterricht, geht in die Betreuung, kommt um eins nach Hause, hat eine halbe Stunde Zeit zum Ausruhen oder spielen, dann gibt es Essen, dann ran an die Hausaufgaben und dann geht es auch schon ab zum Karate. Von dort kommt er um halb sieben wieder, Abendessen, Zähneputzen und schon war das der Montag. Gut, das Karatetraining möchte er ja gern machen und er hat dort auch Spaß, es wird also nicht bei dem Schnupperkurs bleiben, aber – uff – manchmal fehlt da einfach die Zeit zum Luftholen, faulenzen, spielen oder sich mal mit Freunden treffen.
Ich glaube auch eigentlich nicht, dass es an mangelnder Organisation liegt, dass wir immer so ein straffes Programm haben, aber da ist einfach wenig Luft für außerordentliches. Gestern gab es zum Beispiel im Einkaufszentrum ein Konzert ein gar nicht mal so schlechten Schülerband, aber die halbe Stunde, die Philip dort unbedingt stehen und zuhören wollte, fehlte dann wieder für andere Sachen. Eigentlich wollten wir ganz viel Weihnachtsdeko basteln und Plätzchen backen, aber wann?
Oder bilde ich mir das nur ein und es ist alles völlig normal und wir nur irgendwie nicht belastbar?
Wie auch immer. Nächsten Montag werde ich über verschiedene Dinge mit der guten Frau mal sprechen müssen. Ich finde es auch nicht okay, dass die Kinder jeden Freitag einen Test schreiben müssen (mittlerweile sind es ja sogar zwei), der dann mit den berühmten Sonnen und rotem Buntstift bewertet wird. Ich verstehe diese Eile und Hektik nicht. Kein Wunder, dass so viele der Kinder mit Migrationshintergrund da auf der Strecke bleiben. Wenn man nur ein kleines Defizit hat, wird es ja schon schwierig. Aber dann werden einmal pro Woche Müttern in den Schulflur gesetzt und zu denen gehen die Kinder dann und üben in einer Extralektion das Lesen, während in der Klasse normal der Unterricht weiterläuft. Und das was die Kinder in dieser Zeit dann verpassen, dürfen sie wiederum nachmittags nachholen. Spitzensystem.

Spruch des Tages

“Vielleicht schläfst Du auch erst noch einmal darüber.”

(Nachdem ich mich darüber echauffiert hatte, dass unsere neuen Nachbarn es nun nicht einmal mehr schaffen, “Hallo” zu sagen und sich offensichtlich dadurch gestört fühlen, dass wir das derzeit noch gemeinsame Treppenhaus nutzen. Soll ich mit den zwei Kindern aus dem Fenster springen oder wie?)

(Ich würde sehr gern über alles mögliche schlafen. Oder auch einfach nur so schlafen.)

Abwasser marsch!

Glücklicherweise wurde unser Abwasserproblem am Freitag direkt von zwei sehr flinken Handwerkern gelöst. Bevor ich wusste, dass die Zwei dort unten arbeiten, habe ich aus meinem Ärger heraus erstmal die Waschmaschine und die Spülmaschine angestellt, war ausgiebig duschen und habe mich unendlich geärgert. Die Nacht haben wir aus Rücksicht auf die Kinder zu Hause verbracht. Der Jüngste hat sich nämlich so gerade eben wieder an zu Hause gewöhnt, da wollte ich ihm nicht schon wieder eine Umstellung zumuten.
Das Ärgerliche an der Geschichte ist eigentlich, dass die beim Baggern schon wussten, dass sie eine Sickergrube zerstören, sich aber nicht darum gekümmert haben, ob die vielleicht noch gebraucht wird. Und natürlich ist das neu angeschlossene Abwasserrohr nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Morgen geht es lustig weiter und ich werde wieder hier und da und dort mal Wasser laufen lassen müssen, um zu prüfen, ob nun wirklich alle Abflüsse an irgendeinen Kanal angeschlossen sind. Und ich hab ja auch sonst eigentlich nichts zu tun.

“Spaß” in alten Gemäuern.

Nachdem wir diese Woche schon zweimal das Wasser abgestellt bekommen haben, heute nun der Supergau: Beim Baggern während unseres Urlaubs wurde ein Abwasserrohr und/oder die Sickergrube beschädigt, so dass das Fallrohr nun mit all unseren lustigen Abwässern (ich erinnere noch einmal: Wäsche, Wäsche, Wäsche…) vollsteht und das Wasser teilweise in den Keller gelaufen ist. Fazit: Bitte auf unbestimmte Zeit kein Abwasser mehr produzieren. Is klar.
Ich check dann mal die Hotels der Umgebung. (Und fluche leise vor mich hin.)