Als ich heute früh Johannes, dem es deutlich besser geht und der heute Nacht dann auch direkt mal wieder schrecklich geschlafen hat, in der Krabbelstube abgeben wollte, wurde ich mit den Worten begrüßt: “Wir haben ein Problem!” Das komplette Team wäre krank, Magen-Darm und es gäbe nur eine Notbetreuung. Also habe ich mir mein Kind geschnappt und bin wieder heim. heute ja auch alles nicht so ein Problem, aber morgen sieht die Welt schon anders aus, denn da habe ich meinen ersten Arbeitstag.
Und ich schwanke auch stark zwischen “Kann ich verstehen” und “Äh, wie bitte?” Wie ich nun weiß waren heute früh 6 Mitarbeiterinnen anwesend. Das sind also drei weniger als normal. Finde ich jetzt erstmal nicht so dramatisch, denn es hat ja auch einige Kinder erwischt. Als ich sagte, dass ich morgen und übermorgen aber auf jeden Fall eine Betreuung brauche, kam: “Ja, dann ist aber niemand da aus Johannes Gruppe da.” Das sagte mir eine von zwei Erzieherinnen aus seiner Gruppe, die nun morgen und übermorgen nicht da ist. Warum auch immer. Finde ich jetzt auf den ersten Blick nicht sonderlich kollegial und auch die Eltern werden da nun ziemlich hängen gelassen, aber das müssen die ja intern klären.
Natürlich möchte ich nicht, dass sich jemand krank dort hin schleppt, aber es muss doch für einen solchen Fall ein Konzept geben, damit der Betrieb weiter laufen kann. Die Betreuung der Kinder geschieht dort ja auch nicht aus reiner Wohltätigkeit und wir zahlen nichts dafür. Im Gegenteil, es ist sogar eine ziemlich große Summe, die man da aufwenden muss und dann kann ich doch erwarten, dass man auf einen solchen Fall vorbereitet ist. Interessant finde ich auch, dass erst um neun Uhr angefangen wurde, die Eltern zu informieren. Da sollten eigentlich alle Kinder schon da sein. Hätte man mich um acht angerufen und mir gesagt, was los ist, hätte ich da auch nicht gestanden wie blöde. Ich hatte auch so richtig das Gefühl, dass denen das völlig egal ist, dass sie die Eltern da reihenweise mit den Kindern wieder nach Hause geschickt haben. Und das geht gar nicht, finde ich.
Ich werde das auf jeden Fall am Elternabend ansprechen und auch darum bitten, dass sie die Schließung an den Brückentagen überdenken als Ausgleich zu diesem Ausfall. Fänd ich nur gerecht.
H1ddenl1dar…
bleibt Ende 20 und lebt vorerst mit Mann und zwei Söhnen in Hessen.
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31.08.2009
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Also bei uns im – alten – Kindergarten gab es das auch, dass man gebeten wurde, die Kinder wieder heim zu nehmen, wenn es denn möglich ist. Ich habe das natürlich gemacht, damit die Kinder bleiben konnten, die wirklich auf die Betreuung angewiesen waren. Morgen würde ich Johannes einfach da lassen, schließlich brauchst Du die Betreuung und es gibt eine Notbetreuung. Was die eine Erzieherin angeht, da wäre ich vorsichtig, es kann ja sein – so etwas gab es bei uns oft – dass sie in zwei Einrichtungen arbeitet, also morgen und übermorgen sehr wohl arbeitet, aber eben in einer anderen Kita/Krabbelgruppe usw.
Die Informationspolitik war bei uns auch nicht anders, mich hat das aber verständlicherweise nie so gestört, aber als berufstätige Mutter hätte mich das vermutlich auch eher geärgert. Also ansprechen.
Ist das städtisch oder privat? Die städtischen Krippen/Kitas bekommen recht schnell (zumindest bei uns) in solchen Situation Springer zugeteilt, bei der kleinen, privaten Kleinkindgruppe in der ilfiglio und Silencia waren, ist dann die Leiterin eingesprungen, aber mehr Leute hatten die dann auch nicht zur Verfügung.
Es ist eine private Einrichtung. Hier gibt es ja nicht einmal städtische Kindergärten. Dem Dom sei Dank ist alles entweder konfessionell oder eben privat. Es gibt wohl auch einen kleinen Stamm Aushilfen, aber die sind dort eben alles andere als koordiniert und machten heute morgen eher den Eindruck einer Schar wilder Hühner. Die Einrichtung gibt es aber auch erst seit 2009 und möglicherweise war das heute das erste Mal, dass sie quasi komplett ausgefallen sind. Ich sag ja, ich schwanke.
Die betreffende Erzieherin ist mir in den letzten Wochen schon häufiger durch Abwesenheit aufgefallen. Eigentlich war sie noch keine einzige Woche komplett anwesend, fehlte entweder durch Krankheit, Arzttermine oder zuletzt an Karneval, da hatte sie dann frei. Bei mir kam das immer alles extrem merkwürdig rüber, als wäre das ständig so und auch nicht wirklich nachvollziehbar. Die Leiterin ist aber auch noch sehr jung (vielleicht sogar die Jüngste im Team) und kriegt meist noch nicht einmal die Mittagspausen geregelt. Das habe ich jetzt auch schon mehrfach mitbekommen, wie es nach dem Mittagessen diesbezüglich dann Unstimmigkeiten gab. Ich fürchte, es mangelt dort einfach an Kommunikation und einer tatsächlichen Leitung. Irgendwie macht jede so ein bißchen, was sie will, selbst die Jahrespraktikantin.
Umso gespannter bin ich jetzt auf den anstehenden Elternabend. Mal schauen, ob es da auch so Dauerthemen gibt und ob die sich mit meinem Eindruck überschneiden.
Um mich mal in die Bresche zu werfen: In der Regel wird der Stellenschlüssel in Kitas so berechnet, dass die angemeldete Stundenzahl der Kinder summiert wird und dann wird das je nach länderüblichem Betreuungsschlüssel auf die Fachkräfte aufgeteilt. Jedes Milchmädchen sieht, dass das nie aufgehen kann, bei vier Halbtagskindern hieße das nämlich, dass die behandelt werden, wie nur zwei volle Kinder, wobei ja aber alle vier vormittags zugleich da sind und nicht halbe halbe Vor- und Nachmittag (Somit kann eine Fachkraft theoretisch durchaus vormittags mit der doppelten Anzahl von Kindern dasitzen, als der Stellenschlüssel zulässt). Da liegt der erste Fehler im System. Der zweite ist dann, dass in dem Stellenschlüssel keine Urlaubs-, Krankheits- und Fortbildungstage enthalten sind. Das bedeutet, dass bei einer Teamgröße ab fünf aufwärts immer mindestens eine Fachkraft nicht für die Arbeit mit den Kindern zur Verfügung steht. Von Vor- und Nachbreitungszeit ganz abgesehen. Das ganze ist also mehr als halbseiden gestrickt und sobald auch nur ein oder zwei Kräfte unvorhergesehen ausfallen, kracht der Laden zusammen. Die Fachkräfte selbst sind immer am Limit und müssen sich dann noch mit dem – berechtigten – Unmut der Eltern auseinandersetzen. Man kann die Eltern nur stärken, sich an den Träger und die Gesetzgeber zu wenden, damit dieses elende System endlich mal verändert wird (in Sachsen gab es dazu in den letzten Jahren eine große Kampagne des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes).
Hallo,
der Beitrag stimmt mich doch eher nachdenklich. Es geht nicht, dass du mit deinem Kind abgewiesen wirst. Wie ist die Sache vertraglich geregelt? Was steht darin?
In unserer Kita sollten mal Schließtage eingeführt werden. Allerdings stand im Kindergartenvertrag etwas anderes. Der Kindergarten machte mit den nicht vorgesehenen Schließtage auch (zu Recht) Werbung. Es konnte nicht durchgesetzt werden. Die neuen Verträge sind nun allerdings anders gestaltet…
Die Frauen sind auch berufstätig. Sie müssen wissen, dass man bei keinem Arbeitgeber der Welt anrufen und mitteilen kann, dass die Betreuung gerade mal nicht funktioniert. Und das am ersten Arbeitstag?!
Und wie du auch geschrieben hast – so schlimm ist der Betreuungsschlüssel tatsächlich nicht.
Ich drück die Daumen und hoffe, dass sich das schnell regelt.